„Mobilität kennt keine Grenzen“

Eine Idee wird Wirklichkeit. Am Mittwoch gab der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann im Rahmen der Roadshow InKoMo 4.0 im Ulmer Verschwörhaus das Startsignal für das digitale Ulmer Mobilitätsprojekt „OpenBike“ – und damit genau da, wo es entwickelt wird.
Der Minister ließ den Dienstwagen in der Garage, kam mit dem Zug – und damit zu spät. Dennoch ging Winfried Hermann mit gutem Beispiel voran. Denn landauf und landab gilt es über umweltentlastende Mobilitätslösungen nachzudenken. Und genau darum ging es auch am 19. Juni im Ulmer Verschwörhaus im Rahmen der zweiten Roadshow InKoMo 4.0. Die Abkürzung steht für die Initiative „Innovationspartnerschaften von Kommunen und Mobilitätswirtschaft“, deren Ziel es ist, Allianzen zwischen innovationsfreundlichen Städten und Gemeinden und Anbietern neuer digitaler Mobilitätslösungen zu schmieden.
Davon gibt es einige, wie die sieben Projekte beweisen, die am Weinhof vor etwa 50 Teilnehmern präsentiert wurden. Gefördert werden sie vom Verkehrsministerium mit insgesamt 1,3 Millionen Euro im Rahmen der Förderlinie MobiArch BW, was wiederum für Mobilitätsdatenarchitektur für innovative Anwendungen steht.
Winfried Hermann gab in Ulm den Startschuss: „Aus 22 Projektideen zur digitalen Mobilität, die ein Ideenwettbewerb im vergangenen Jahr hervorgebracht hat, werden nun die vielversprechendsten sieben Projekte mit Unterstützung des Landes umgesetzt. Alle Projekte verfolgen innovative Ansätze in den verschiedensten Bereichen der Mobilität. Eines eint jedoch alle Projekte: Der Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilität und der Open Data Gedanke. Denn Datenverfügbarkeit ist eine Grundvoraussetzung für digitale Mobilität. Winfried Hermann ist sicher, dass neue Technologien Probleme wie Verkehrsüberlastungen lösen können: „Selbst Autofreaks macht es keinen Spaß mehr, stetig im Stau zu stehen.“
Aus diesem Grund unterstützt sein Ministerium Vorhaben über alle Verkehrsträger hinweg. Beginnen werden unter anderem Projekte zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Schnellstraßen, zur Verbesserung von Verspätungsprognosen im Busverkehr sowie zur Förderung von Fahrgemeinschaften auf Kurzstrecken.
Gastgeber Oberbürgermeister Czisch erklärte: „Die Digitalisierung im Bereich Mobilität soll allen Verkehrsteilnehmern zugutekommen. Ein wichtiger Baustein ist frei zugängliche Software, die nicht nur von einzelnen Verkehrsdienstleistern und Kommunen, sondern von jedem einzelnen Bürger genutzt und verbessert werden kann. Mobilität kennt keine Grenzen. Genau diesen Ansatz verfolgt die Stadt Ulm mit dem Projekt OpenBike. Dank der finanziellen Förderung durch das Land können wir jetzt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern eine offene Software für Sharing-Systeme entwickeln.“
Bei dem Projekt wird unter der Federführung der Stadt in Kooperation mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU), den Entsorgungsbetrieben (EBU) und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Kreisverband Ulm/Alb-Donau (ADFC) eine IT-Architektur für ein Fahrradverleihsystem entwickelt, das für die Beschäftigten der Stadt Ulm erprobt werden soll. Nach der Testphase soll die Softwarelösung auch anderen Kommunen und Unternehmen zugänglich gemacht werden.
Das Schlusswort gehörte Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg: „InKoMo 4.0 vernetzt Projekte im Bereich der Digitalisierung und der Mobilität in Städten, Gemeinden und Landkreisen. Kommunen sollen sich austauschen und voneinander profitieren. Die Veranstaltung in Ulm verdeutlicht die Bedeutung dieser Innovationspartnerschaften für Kommunen und Mobilitätwirtschaft auf der politischen Bühne und bringt Kommunen und Unternehmen, Bedarfe und Lösungen einander näher.“
Fazit der Veranstaltung im Verschwörhaus: Alle digitalen Mobilitätskonzepte machen nur Sinn, wenn sie über eine Datenanalyse auf die Städte und ihre spezifischen Anforderungen individuell zugeschnitten sind. Winfried Hermann: „Ein Beitrag zum Klimaschutz wird es erst dann, wenn viele mitmachen.“

Das Foto zeigt in der hinteren Reihe von links nach rechts: OB Gunter Czisch, Klaus Eder (SWU), Stefan Kaufmann, Maxi Richt (beide Verschwörhaus) und Thomas Dombeck (ADFC). In der vorderen Reihe stehen von links nach rechts: Zita Chocano, Sabine Meigel (beide Digitale Agenda) und Thomas Mayer (EBU). Foto: Nadja Wollinsky/Stadtarchiv Ulm