Radelt es sich digital besser?

Radelt es sich digital besser?

 

Diese Frage hatte Prof. Dr.-Ing. Michael Schlick an diesem Abend relativ schnell beantwortet: Nein, aber digitales Fahrradfahren gibt uns mehr Wissen über bestimmte Abläufe. Aus diesem Grund hat sich das Team um Professor Schlick mit der Frage beschäftigt, ob Sensoren, Dienste und Lösungen es schaffen können, das Fahrradfahren spannender für die Bürgerschaft zu machen. Heraus kam gemeinsam mit der Bürgerschaft ein bunter Strauß an digitalen Lösungen für den Verkehr, die die THU als Kooperationspartner der Stadt im Projekt Zukunftsstadt2030 umgesetzt hat.

Ein Ergebnis ist ein digitaler Fahrradständer, in dessen Bodenplatte Sensoren verbaut sind, die am jeweiligen Standort erkennen, wie gut der Fahrradständer genutzt wird. Die Daten werden via LoRa-Netz [Link -> LoRa] an die THU gesendet, wo sie ausgewertet werden. So kann die Stadt die Installation neuer oder weiterer Fahrradständern an den getesteten Standorten sachlich begründen.

Eine weitere digitale Lösung bietet Community Bike Sharing, das an diesem Abend großes Interesse unter den Zuhörern weckte: Ein zentral gesteuertes Fahrradverleihsystem, mit dessen Hilfe Gemeinschaften ihre Fahrräder gemeinsam nutzen können. Eine App steuert, wer wann welches Fahrrad ausleiht. Weiterer Vorteil: Die Gemeinschaft achtet auf den Umgang mit den Drahteseln, das hält die Wartungskosten gering

Aus Sicht von Professor Schlick sollte Community Bike Sharing von einer übergeordneten Instanz betrieben werden. Der Betreiber kümmert sich um Softwareupdates der App und verwaltet diese. Dadurch ist das Community Bike Sharing für die Gemeinschaften technisch leichter zu nutzen. Spielerisch-sportliche Elemente lassen sich auch einbauen: Durch datenschutzkonformes GPS-Tracking können Streckenkilometer ermittelt werden und damit etwa das Team am Ende eines Jahres prämiert werden, das die meisten Kilometer gefahren ist.

Bei allen digitalen Lösungen im Verkehr gibt es Grenzen, Risiken, aber auch Chancen, meinte Schlick abschließend. Diese gemeinsam mit der Stadtverwaltung, den Kooperationspartnern und dem Faktor Zeit umzusetzen, sei hin und wieder eine Herausforderung. Am Ende des Tages müsse sich die Gesellschaft jedoch immer überlegen, was sie bereit wäre, in eine fundierte Stadtplanung zu investieren.