„Teilt euer Wissen“

Die Tore der Zukunftsstadt Ulm sind nun weit geöffnet. Für alle Bürger*innen, für alle Generationen. Schließlich soll jede*r von den Veränderungen, die der digitale Wandel mit sich bringen wird, profitieren. Das Schöne daran: In Ulm kann man sogar aktiv an der Zukunft mitgestalten. Doch was sind das für Dinge, die unser aller Leben einfacher und komfortabler machen sollen? Einen ersten Eindruck konnte man im Roxy gewinnen, wo unter dem Titel „ulm.macht.zukunft“ der öffentliche Auftakt des dreijährigen Forschungsprojektes „Zukunftsstadt 2030“ gefeiert wurde. Das Interesse war groß, denn 400 Besucher kamen ins Roxy, um die Projektbeteiligten und deren innovativen Ideen kennenzulernen.
Denn mit der 3 Phase der Zukunftsstadt werden nun die gesammelten und erarbeiteten Ideen der letzten Jahre umgesetzt und erlebbar. Aus Visionen wird nun Wirklichkeit. Aus kreativen Ideen konkrete Dinge. Denn die Projektpartner präsentierten im Rahmen der Abendveranstaltung „Sensorik zum Anfassen“. So hatten die interessierten Gäste unter anderem die Möglichkeit zu erfahren, wie Sensoren den Radverkehr von morgen attraktiver gestalten.


Citysens GmbH betreibt den LoRaPark
Ausprobieren, anfassen, verstehen. Doch wie arbeiten Sensoren und wie können die Messwerte in der Stadt übertragen und ausgewertet werden? Auch dies wird sehr bald erlebbar sein. Wo? Auf dem Weinhof und damit in unmittelbarer Nähe zum Verschwörhaus und zur Geschäftsstelle der Digitale Agenda, die das Projekt hauptverantwortlich leitet. Verbunden mit wissenschaftlichen Untersuchungen wird die Citysens GmbH hier den Schaugarten LoRaPark einrichten und betreiben. Das Ulmer Unternehmen wurde an dem Abend als Gewinner des von der Stadt im Sommer ausgeschriebenen Innovationwettbewerbs bekannt gegeben.
Dennoch stößt das Wort Digitalisierung bei vielen Mitmenschen noch immer auf Skepsis. Alles was neu ist, verursacht auch Unsicherheit in den Köpfen. Und so ist es auch ein Anliegen der Digitalen Agenda diese Hemmschwellen abzubauen. Für die Ulmer und mit den Ulmern. Aus Angst soll Mut werden. Ein Wunsch, den auch Oberbürgermeister Gunter Czisch zu Beginn der Veranstaltung äußerte: „Wir möchten mit der Zukunftsstadt quasi den Spieltrieb der Bevölkerung fördern. Denn jede*r einzelne soll die technischen Entwicklungen für sich nutzen können.“

Veränderung und Neuorientierung
So sah das auch die beliebte Schauspielerin und Autorin Shary Reeves, die in ihrem kurzweiligen Vortrag Ulm dazu gratulierte, als einzige süddeutsche Stadt in die Umsetzungsphase des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes gekommen zu sein. Für den Stargast hat Ulm damit eine einmalige Chance erhalten, sich zu verändern und neu zu orientieren. Die TV-Moderatorin wünscht sich, dass man an der Donau jedoch nicht sein eigenes Süppchen kocht: „Wenn ihr als Zukunftsstadt innovative Lösungen entdeckt und vorantreibt, dann teilt dieses Wissen bitte auch mit anderen Kommunen. Dies gilt auch für Lösungsvorschläge, die in Ulm selbst vielleicht keine Anwendung finden.“ Das A und O sei nun einmal der Erfahrungsaustausch. Und welche Rolle können dabei die Bürgerinnen und Bürger übernehmen? Shary Reeves: „Habt keine Angst und probiert neue Dinge ganz einfach aus. Kommt, macht mit und setzt eure Ideen für eure Zukunftsstadt um.“