Wenn aus Ideen Projekte werden

Gemeinsam die Zukunft gestalten; Quelle: Amélie Mourichon

Manchmal muss man ganz einfach Ruhe bewahren. Wer oft mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs ist, weiß, dass es mitunter sehr eng auf den Straßen zugeht und Autos beim Überholen gefährlich nahekommen können. Oder: Haben Sie auch manchmal Sorgen, dass die Eltern und Großeltern in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr klarkommen, alltägliche Dinge zu schier unüberwindbaren Hürden werden? Doch dies sind ja nur zwei Themen, die uns tagtäglich beschäftigen, ja oftmals beunruhigen. Das muss es aber gar nicht, denn das Gute daran: Es gibt Lösungen. Und diese sind oftmals auf digitale Angebote aufgebaut. Wer mehr darüber erfahren möchte, der sollte sich den 25. Juni ganz dick in seinem Kalender anstreichen, oder noch besser: sich online anmelden. Denn an diesem Tag findet von 14 bis 17.30 Uhr in der Ulmer Volkshochschule die bürger.werkstatt.2022 der Digitalen Agenda statt.

Ins Gespräch kommen

Ziel der Veranstaltung ist es, mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, Chancen und Risiken der digitalen Entwicklung zu diskutieren und – vor allem – gemeinsam bestehende Themen weiterzuentwickeln und auch eigene Ideen anzupacken. Denn unter anderem haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Digitalen Agenda, des Zentrums für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm, der Hochschule Neu-Ulm, der Technischen Hochschule Ulm, der AGAPLESION Bethesda Klinik Ulm und der Zeppelin Universität in den vergangenen Jahren Ideen mit der Bürgerschaft identifiziert, Prototypen entwickelt und in Reallaboren umgesetzt.
Bei der bürger.werkstratt.2022 in der vh Ulm möchte man nun daran anknüpfen. So beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Nachmittag unter anderem mit dem Thema „Sicher durch den Radverkehr“. Hierbei können Sensoren helfen. Sie weisen auf Orte in der Stadt hin, an denen es für Radfahrer zu gelegentlichen Engpässen kommen kann. Vorgestellt wird das Projekt „RADar macht SAFE“, mit dem Fahrradfahren als nachhaltige Mobilitätsform in Ulm sicherer gemacht werden soll. Wie? Ganz einfach: Bürgerinnen und Bürger können von Mai bis September Radarsensoren ausleihen und sie an ihrem Fahrrad befestigen. Diese kontaktlosen Geräte messen den Abstand und die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge. So können gefährliche Stellen auf unseren Straßen und Plätzen für alle sichtbar gemacht werden.
Eine weitere Gruppe wird bei der Bürgerwerkstatt darüber diskutieren, wie vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger möglichst lange selbstbestimmt und gefahrenlos in den eigenen vier Wänden leben können. Welche technischen Alltagshelfer sind in den einzelnen Fällen die richtigen Anwendungen und wie kann ich sie aus dem bunten Strauß an Möglichkeiten finden? Übrigens: Eine Auswahl an digitalen Alltagshelfern, die das Leben in den eigenen vier Wänden im Alter einfacher machen, findet man zum Beispiel in der Musterwohnung in der AGAPLESION Bethesda Klinik Ulm. Dazu gehören unter anderem elektronische Türöffner, programmierbare Medikamentenspender oder Notrufuhren fürs Handgelenk.

Blühendes Beispiel

Hochwasser, Trockenzeiten und Hitzewellen. Man kann es nicht mehr leugnen: Das Klima verändert sich. Aus diesem Grund stellen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer weiteren Arbeitsgruppe die bange Frage: Wird uns auch in Ulm das Wasser bis zum Hals stehen? Und vor allem: Digitalisierung und Nachhaltigkeit – passt das überhaupt zusammen? Aber natürlich.
Ein blühendes Beispiel hierfür ist das Hochbeet im Botanischen Garten, das in dieser Runde vorgestellt wird. In ihm reifen Gemüse und Blumen zu Forschungszwecken mit Hilfe modernster Sensortechnologie. Denn die cleveren Kästen können durch digitale Technik autark Regenwasser sammeln und Sonnenstrahlen tanken. Der Strom aus der gewonnenen Sonnenenergie versorgt Sensoren und eine solar betriebene Wasserpumpe, so dass das angebaute Gemüse automatisch und bedarfsgerecht bewässert wird.
Doch dies sind nur drei Themenschwerpunkten des Programms. Wer Ideen für andere Bereiche hat, der ist in der offenen Gruppe „wir.für.ulm“ ganz herzlich willkommen.
Hier kann man über alle Probleme in der Stadt diskutieren, die vielleicht besser gelöst werden können oder noch nicht angegangen werden. Entscheidend ist: Bei all den Gruppen sind dem Ideenreichtum und dem Wunsch digitale Techniken besser verstehen und nachhaltig anwenden zu können, keine Grenzen gesetzt. Und: Mit den Besucherinnen und Besuchern vor Ort möchten die Organisatoren herausfinden, ob man an bestehende Projekte anknüpfen kann. Ganz wichtig ist an dem Nachmittag jedoch, dass man gemeinsam in den Gruppen neue Ideen entwickelt.

Ziel ist es, echte Initiativen oder Arbeitsgruppen zu bilden, die konkrete Anliegen weiterverfolgen. In diesem Fall bietet das Projekt „Zukunftsstadt 2030“ Hilfestellungen, wie aus einer Idee auch tatsächlich ein Projekt werden kann.
Die Gruppe „wir.für.ulm“ kann man übrigens auch ganz bequem am heimischen Bildschirm besuchen und unter „wir.für.ulm online“ mitmachen. Ob vor Ort oder am PC, wichtig ist, dass die bürger.werkstatt.2022 weitere Möglichkeiten bieten kann, wie die Ulmerinnen und Ulmer durch die Digitalisierung gemeinsam eine verantwortungsbewusste Zukunft gestalten können.
Übrigens: Die bürger.werkstatt.2022, bei der alle beteiligten Partner ihre Angebote bei einer kleinen Ausstellung präsentieren, wird per Livestream übertragen und auch aufgezeichnet. Wer also am 25. Juni leider keine Zeit findet, in der Volkshochschule dabei zu sein, kann sich die Diskussionen und die Ergebnisse der einzelnen Gruppen auch noch in den darauffolgenden Tagen an seinem Computer ansehen. Ganz bequem und in aller Ruhe.

Kinderbetreuung und Hilfe bei Hörbeeinträchtigungen

Auch die Kleinen dürfen mit. Denn die Organisatoren der bürger.werkstatt.2022. bieten alle jungen Mamas und Papas die Gelegenheit, ihre Kinder vor Ort einer professionellen Betreuung anzuvertrauen. Auch Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Hörbeeinträchtigung können die ganze Zeit rege mitdiskutieren. Dafür sorgt eine Schriftendolmetscherin, die die gesprochenen Worte simultan in Schriftform präsentiert. Partner der bürger.werkstatt.2022 sind die Stadt Ulm, die vh Ulm, die Zeppelin Universität in Friedrichshafen, das ZAWiW der Universität Ulm, das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart, die AGAPLESION Bethesda Klinik Ulm, die Technische Hochschule Ulm sowie die Hochschule Neu-Ulm. Das Projekt „Zukunftsstadt 2030“ wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung gefördert.

Das Programm der bürger.werkstatt.2022.

14 Uhr Ankunft
14.30 Uhr Begrüßung durch Oberbürgermeister Gunter Czisch und Vorstellung der Arbeitsgruppen
15 Uhr Arbeitsphase der Gruppen
16.45 Uhr Präsentation der jeweiligen Ergebnisse
17.30 Uhr Ausklang

Anmeldung bei der Ulmer Volkshochschule hier

oder den QR-Code scannen

QR-Code zur Anmeldung

Mehr Informationen zur bürger.werkstatt.2022. unter www.ulm.de/buergerwerkstatt

 

Das Projekt "Zukunftsstadt2030 - Internet der Dinge für ALLE" wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung gefördert.